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  Z I T A T E


Was immer in früheren Zeiten der Fall gewesen sein mag, der moderne Mensch leidet darunter, daß er unfähig ist, wie er meint, eine Wahl zu treffen zwischen Verzicht auf Freiheit und Individualität einerseits und einer Absage an die materiellen Vorteile der modernen Technik und die Sicherheit des kollektivistischen Massenzeitalters andererseits. Bruno Bettelheim:
Aufstand gegen die Masse, 1960
Wilhelm von Humboldt:
Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen, 1792

...daß die wahre Vernunft des Menschen keinen anderen Zustand als einen solchen wünschen kann, in welchem nicht nur jeder Einzelne der ungebundensten Freiheit genießt, sich aus sich selbst, in seiner Eigentümlichkeit zu entwickeln, sondern in welchem auch die physische Natur keine andere Gestalt von Menschenhänden empfängt, als ihr jeder Einzelne nach dem Maß seines Bedürfnisses und seiner Neigung, nur beschränkt durch die Grenzen seiner Kraft und seines Rechtes selbst und willkürlich gibt.

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Die Funktionen der Obrigkeit in unseren Staatsformen sind so sehr in den Vordergrund getreten, daß die Heranbildung eines individuellen Verantwortungsgefühls unmöglich geworden ist. Fast alle Handlungen, die Grundlagen für menschliches Zusammenleben sind, werden heute von einer zentralen Gewalt wahrgenommen - beengt, aber einsam, technisch fortgeschritten, aber persönlich unsicher, einem komplizierten System staatlicher Ordnung unterworfen, doch ohne eigene Verantwortung und verwirrt: das ist der heutige Mensch. Seine chronische, durch keine Sensation zu sättigende Langweile, die Übersteigerung der staatlichen Macht ins Maßlose und die Unfähigkeit des Individuums seine personlichen Verhältnisse und seine Stellung in der Gesellschaft zu bestimmen, sind die wesentlichen Merkmale einer solchen Kultur.

Alex Comfort
Der aufgeklärte Eros, 1963
Rudolf Zorn:
Das Problem der Freiheit 1952
Der Gesinnungswandel, der sich seit der Vermassung unserer Gesellschaft vollzogen hat, zeigt sich auch in einem peinlichen Schwinden des Rechtsgefühls. Auch von diesem geht eine starke Gefährdung der Freiheit aus. Ungerechtigkeiten, die von der Regierung oder einer Gruppe gegen Einzelpersonen begangen werden, und die immer nur durch rechtswidrige Eingriffe in die Freiheitsspäre möglich sind, begegnen einer geradezu fühllosen Gleichgültigkeit
Widerstand ist eine Angelegenheit des Terminkalenders, nicht des Heroismus; man darf nicht warten bis Freiheitskampf Landesverrat genannt wird, sondern man muß den rollenden Schneeball zertreten, ehe er zur Lawine geworden ist. Erich Kästner
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Antwort von Samuel, dem Propheten und letzten Richter Israels, auf die Forderung der Israeliten, ihnen einen König zu geben:

Das werden die Rechte des Königs sein, der über euch herrschen wird wird:
Eure Söhne wird er holen und sie für sich bei seinen Wagen und seinen Pferden verwenden, und sie werden vor seinem Wagen herlaufen.
Er wird sie zu Obersten über Tausend und zu Führern über Fünfzig machen. Sie müssen sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen. Sie müssen seine Kriegsgeräte und die Ausrüstung seiner Streitwagen anfertigen.

Eure Töchter wird er holen, damit sie ihm Salben zubereiten und kochen und backen.
Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er euch wegnehmen und seinen Beamten geben.
Von euren Äckern und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Höflingen und Beamten geben.
Eure Knechte und Mägde, eure besten jungen Leute und eure Esel wird er holen und für sich arbeiten lassen.
Von euren Schafherden wird er den Zehnten erheben. Ihr selber werdet seine Sklaven sein.

An jenem Tag werdet ihr wegen des Königs, den ihr euch erwählt habt, um Hilfe schreien, aber der Herr wird euch an jenem Tag nicht antworten.

1. Buch Samuel,
Kap.18, Vers 11-19
Epikur :
Kathechismus
Was unter dem, was für gerecht gehalten wird, sich tatsächlich als zuträglich erweist für die Bedürfnisse der gegenseitigen Gemeinschaft, das nimmt den Ort der Gerechtigkeit ein, mag es für alle dasselbe sein oder nicht.
Erläßt aber einer ein Gesetz, das nicht als zuträglich für die gegenseitige Gemeinschaft wirkt, dann hat dies nicht mehr die Natur der Gerechtigkeit.
Und wenn das im Sinne des Zuträglichen Gerechte sich verändert, aber doch eine Zeit hindurch jener Vorstellung entsprach, so war es eben nichtsdestoweniger für jene Zeit gerecht für alle jene, die sich nicht durch leere Worte selbst verwirren, sondern auf die Tatsachen schauen.

Jede Lust also, da sie eine uns angemessene Natur hat, ist ein Gut, aber nicht jede ist zu wählen; wie auch jeder Schmerz ein Übel ist, aber nicht jeder muß natürlicherweise immer zu fliehen sein.

Epikur :
Brief an Menoikeus
Epikur : Sprüche Wenn uns die Notwendigkeit herausführt, werden wir kräftig auf das Leben spucken und auf jene, die sinnlos an ihm kleben;
wir werden aus dem Leben heraustreten, mit einem schönen Lobgesang verkündend, daß wir gut gelebt haben.

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