Der Türkenkrieg 1683-99

Türkei Österreich, Polen, Venedig, Russland 

Unruhen in Ungarn (Imre Thokoly ließ sich unter türkischer Protektion zum König von Ungarn ausrufen) gaben den Türken den Anlass um nach 1663/64 erneut einen Angriff auf Österreich zu unternehmen.

Ein türkisches Heer von 150.000 Mann stieß 1683 unter der Führung von Kara Mustafa bis Wien vor. Kaiser Leopold I. verließ die Stadt und ließ Graf Rüdiger von Starhemberg mit einer Garnison von 15.000 Mann zur Verteidigung zurück. Von Juli bis September wurde Wien belagert.

Da Österreich und Polen bereits im März ein Bündnis gegen die Türken geschlossen hatten, kam der polnische König Johann III. Sobieski mit 30.000 Mann zu Hilfe. Eine deutsch-polnische Armee unter Karl v. Lothringen und Johann Sobieski besiegte in der Schlacht vor Wien am Kahlenberg am 12.9.1683 die Türken., die sich nach der Niederlage zurückzogen. Mit dem Sieg vor Wien war der Höhepunkt des türkischen Drucks auf Mitteleuropa überwunden. Danach konnten sie den christlichen Ländern nie mehr so gefährlich werden.

Auf Veranlassung Papst Innozenz XI. schlossen am 31.3.1684 das Reich, Polen und Venedig in Linz eine Heilige Allianz gegen die Türken. Russland trat der Allianz 1686 bei.

Während die Bedrohung der österreichischen Kernlande abgewendet war, ging der Kampf um Ungarn weiter. 1686 fiel Buda und wenig später kontrollierten die kaiserlichen Truppen ganz Ungarn. Auf dem Reichstag zu Preßburg 1687 übertrugen die Stände den Habsburgern die ungarische Krone (Doppelmonarchie).

Am 6.1.1688 wurde Belgrad und danach fast ganz Serbien erobert. Gegenschläge der Türken in Transsylvanien scheiterten am Widerstand der Truppen unter Ludwig v. Baden ("Türkenlouis" genannt). Unterdessen eroberten die Venezianer den Peleponnes (1687 zeitweilig sogar Athen) und weite Teile Dalmatiens. Von 1691-1696 beschränkten sich die Kampfhandlungen auf unbedeutende Grenzkämpfe.

Erst 1697 kam es zur endgültigen Entscheidung. In der Schlacht von Zenta besiegte die Armee von Prinz Eugen die Türken unter Mustafa II. vernichtend.
 

26.1.1699    Friede von Karlowitz



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(mak) 2000