Der polnische Thronfolgekrieg 1733-1738

Frankreich, Spanien, (Sardinien-Piemont) Russland, Österreich, Sachsen

Die Frage der Thronfolge in Polen wurde 1733 zum Ausgangspunkt für einen europäischen Krieg, der fast alle Großmächte einschloss und zu bedeutenden territorialen und dynastischen Veränderungen führte.

Als Nachfolger Augusts II. ("der Starke") wurde der von Frankreich unterstützte Kandidat Stanislaus Leszczinski vom polnischen Adel zum König erhoben. Russische Truppen vertrieben aber Stanislaus und erzwangen die Wahl Friedrich Augusts von Sachsen zum polnischen König. Dies nahm Frankreich im Oktober 1733 zum Anlass, dem Kaiser den Krieg zu erklären.

Der Angriff der Franzosen überrumpelte die Österreicher. Noch 1733 wurden die habsburgischen Gebiete Lothringen und Mailand, im Jahr darauf die Festung Philippsburg besetzt. Neapel und Sizilien konnte sogar von spanischen Truppen erobert werden. Die französische Unterstützung für Stanislaus hielt sich allerdings in engen Grenzen. Österreich konzentrierte sich danach auf Schadensbegrenzung, so dass der Krieg militärisch bereits 1734 beendet war.

3. Dezember 1735 Wiener Präliminarien

  • Frankreich erkennt Friedrich August von Sachsen als König von Polen ("August III.") an
  • Stanislaus Leszczinski wird Herzog von Lothringen und Bar auf Lebenszeit. Danach sollen die beiden Herzogtümer an Frankreich fallen (1766). Die Ehrentitel König von Polen und Herzog von Litauen darf er weiter führen.
  • Franz Stephan v. Lothringen (Ehemann Maria Theresias) sollte nach dem Tode des letzten Medici die Toskana erhalten.
  • Österreich trat Neapel-Sizilien an den spanischen Bourbonenprinz Don Carlos (Karl I.) ab, erhielt als Kompensation Parma und Piacenza für eine habsburgische Sekundogenitur
  • Frankreich garantierte mit Vorbehalt auf die rechte dritter die Pragmatische Sanktion
  • Der Definitivfriede wurde am 1. Mai 1737 geschlossen. Mit der Verkündung wartete man aber bis nach dem Tode des letzten Medici.

    18. Januar 1738    Friede von Wien (Veröffentlichung)
     
     
     
  • DUCHHARDT, Heinz: Balance of Power und Pentarchie. Internationale Beziehungen 1700-1785. Paderborn u.a. 1997. (Handbuch der Geschichte der Internationalen Beziehungen, Bd. 4)


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    (mak) 2000