Der 1. Nordische Krieg 1655-1660

Schweden, (Brandenburg) Polen, Dänemark, (Brandenburg), (Seemächte)

Der schwedische König Karl X. Gustav erklärte den Krieg gegen Polen, das durch den Aufstand der Saporoger Kosaken und den Krieg gegen Russland geschwächt war.

Schwedische Truppen stießen 1655 aus Pommern auf Westpolen und aus Livland auf Litauen vor. Am 8.9.1655 nahmen die Schweden Warschau und kurz darauf Litauen. der polnische König Johann Casimir floh nach Schlesien.

Friedrich Wilhelm I. (der "Große Kurfürst") von Brandenburg nutzte die Notlage Polens aus und besetzte noch im Oktober Westpreußen, das zu dieser Zeit ein polnisches Lehen war. Daraufhin fielen aber die Schweden in Brandenburg ein, belagerten Berlin und erzwangen den Vertrag von Königsberg: Ostpreußen wurde polnisches Lehen; Karl X. als "Schutzherr" der Polen war damit Lehensherr Friedrich Wilhelms.

Nach der Rückkehr Johann Casimirs nach Polen 1656 organisierte der Landadel den Partisanenkampf gegen die schwedischen Besatzer. Es gelang den Polen eine schwedische Armee zu besiegen und für wenige Wochen Warschau zurück zu erobern. Friedrich Wilhelm unterstützte nun seinen neuen Lehensherrn mit einer preußischen Armee, die wesentlich zur erneuten schwedischen Besetzung Warschaus beitrug.

Von Februar bis Juli 1657 hatten die Polen dann auch noch mit einem Angriff im Süden zu kämpfen. Georg Rakoczy von Transsylvanien fiel in Polen ein. Seine Armee konnte jedoch bald von polnisch-tatarischen Kräften vernichtet werden. Außerdem erhielt Johann Casimir Unterstützung vom Kaiser.

Dänemark glaubte den schwedischen Machtbereich überdehnt und die schwedischen Kräfte in Polen gebunden. Es trat am 1.6.1657 in den Krieg gegen den nördlichen Nachbarn ein. Mit dem Kriegseintritt Dänemarks gesellte sich auch der Große Kurfürst wieder zu den Gegnern Schwedens (zweiter Seitenwechsel in zwei Jahren!). Die Dänen hatten ihre Kräfte allerdings überschätzt, denn die Schweden gewannen schon bald die Oberhand, eroberten Bremen und Holstein und kontrollierten bis Ende 1657 fast ganz Dänemark. Im Vertrag von Roskilde (27.2.1658) musste Dänemark seine Besitzungen im Süden der schwedischen Halbinsel (Schonen) abtreten. Karl X. glaubte aber nicht an den Friedenswillen der Dänen und ließ Kopenhagen belagern. Daraufhin griffen die Seemächte in den Konflikt ein. Englisch-Holländische Flottenverbände befreiten die dänische Hauptstadt und transportierten ein dänisches Heer nach Schweden, wo es in der Schlacht von Nyborg im November 1658 siegte.

Der Krieg wurde schließlich durch den Tod Karls X. beendet. Er starb am 13. Februar 1660, worauf die Adelsregierung sofort um Friedensverhandlungen bat.
 

Mai 1660    Friede von Oliva (mit Polen)

Juni 1660    Vertrag von Kopenhagen (mit Dänemark) 1661    Friede von Kardis


 Zurück 
(mak) 2000