Der Neunjährige Krieg 1689-97

Frankreich Reich, England, Holland, Spanien, Savoyen, Schweden, Brandenburg, Sachsen, Hannover

Zum Neunjährigen Krieg (in der deutschen Literatur auch Pfälzischer Krieg oder Krieg der Großen Allianz genannt) führten im wesentlichen zwei Konflikte, die durch das Eingreifen Ludwigs XIV. in die Reichspolitik entstanden.

Bei der Wahl des Kölner Erzbischofs versuchte Ludwig XIV. seinen Protegé Wilhelm von Fürstenberg gegen den wittelsbachischen Kandidaten durchzusetzen, der von Kaiser und Papst favorisiert wurde. Als es 1688 zu einer Doppelwahl kam, blieb die Streitfrage ungelöst.

Im gleichen Jahr erhob Ludwig XIV. im Namen seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte ("Liselotte von der Pfalz") Anspruch auf die Erbfolge in Kurpfalz

Im Winter 1688/89 marschierten französische Truppen in die Pfalz ein, verwüsteten das Land und zerstörten das Heidelberger Schloss sowie den Speyrer Dom. Der Widerstand im Reich formierte sich schnell. Bereits zum Jahresende fielen Köln und Koblenz in die Hände der verbündeten deutschen Mittelstaaten. Unter der Führung Wilhelms von Oranien - inzwischen als Wilhelm III. englischer König - entstand im April 1689 die Große Allianz (Kaiser, England, Holland - 1690 folgten Spanien und Savoyen, das 1696 wiederum zu Frankreich überwechselte) gegen Frankreich.
Frankreich wurde in die Defensive gedrängt, aber den Verbündeten fehlte die Kraft - Wilhelm III.musste seine Herrschaft in England sichern, der Kaiser führte gleichzeitig im Osten Krieg gegen die Türken - für einen entscheidenden Vorstoß gegen Ludwig XIV. In der Seeschlacht bei La Hogue am 19. und 20.5.1692 besiegten die Engländer die französische Flotte und verhinderten damit eine drohende Invasion zur Restitution der Stuarts.

20.9.1697    Friede von Rijswijk

Der Friedensvertrag von Rijswijk war der erste Verlustfriede, den Ludwig XIV. schließen musste. Nichtsdestotrotz blieb Frankreich europäische Großmacht und büßte auch in Übersee keine Territorien ein.

Die Kriegsziele der Allianz, nämlich das Gleichgewicht der Kräfte auf dem Kontinent und insbesondere den status quo im rheinisch-niederländischen zu erhalten, wurden erreicht, während Ludwig die territorialen und dynastischen Ansprüche, mit denen er zu Beginn des Krieges aufgetreten war, aufgeben musste. 
 
 
  • Clark, G.: The character of the Nine Years War 1688-1697. In: Cambridge Historical Journal 11 (1953), 168-182.
  • The New Cambridge Modern History. Bd. 6, Kap. 7


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    (mak) 2000