Der Italienische Einigungskrieg 1859

 
Sardinien-Piemont, Frankreich Österreich

Der piemontesische Ministerpräsident Camillo Cavour wollte durch einen Krieg gegen Österreich die Einigung Italiens unter der Vorherrschaft Sardinien-Piemonts vorantreiben. Als Verbündeten in diesem Unternehmen gewann er Napoleon III.

Cavour und Napoleon III. einigten sich im Juni 1858 in Plombières auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Österreich. Sie verbaredeten

Als Mittel zur Eskalation lancierte Cavour im Herzogtum Modena eine Petition für den Anschluss des Kleinstaates an Sardinien-Piemont. Österreich antwortete mit einem Ultimatum an Sardinien-Piemont. Cavour lehnte ab, so dass Österreich den vom piemontesischen Ministerpräsidenten gewollten Krieg erklärte.
 

Am 23. April 1859 überschritten österreichische Truppen die Grenze nach Piemont. Sie waren in den Schlachten bei Magenta (4.6.) und Solferino (24.6.1859) unterlegen.
 

11. Juli 1859     Waffenstillstand von Villafranca

10. November 1859     Frieden von Zürich bestätigt die Konditionen von Villafranca
 

Die Politik Cavours und erst recht die italienische Nationalbewegung (Garibaldi) gingen weit über die von Napoleon III. in Plombières anvisierten Ziele hinaus. Garibaldi landet unter Duldung Sardinien-Piemonts und der Engländer mit seiner Freischar in Sizilien und wirft von dort aus - auch mit Hilfe regulärer sardinischer Truppen - die bourbonische Herrschaft Franz II. im Königreich beider Sizilien nieder.

17. März 1861    Ausrufung des Königreichs Italien mit Emanuel II. von Sardinien-Piemont als Monarch.
 

Cavour behielt die Initiative im Einigungsprozess und formte den italienischen Nationalstaat nach dem Vorbild Sardinien-Piemonts (Übernahme der sardinischen Verfassung!). Die republikanisch-demokratische Bewegung Garibaldis konnte sich nicht durchsetzen.
Nur ein verkleinerter Kirchenstaat (geschützt von Frankreich) und das österreichische Venetien blieben außerhalb des Königreichs Italien. Die Konflikte der beiden Großmächte mit Preußen nutzten die Italiener später, um auch die fehlenden Territorien anzuschließen: Venetien (1866) trotz der italienischen Niederlage gegen die Österreicher bei Custozza, Rom und den Kirchenstaat (1870) im Preußisch-Französischen Krieg.
 

Tote: 22.500
  • Lill, Rudolf: Geschichte Italiens in der Neuzeit. Darmstadt 1988.
  • Mack Smith, D.: Cavour and Garibaldi. A Study in Political Conflict. Cambridge 1954.
  • Beales, D.: The Risorgimento and the Unification of Italy. New York 1981.


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    (mak) 2000