Der Französisch-Preußische Krieg 1870/71

Frankreich Preußen, Deutscher Bund

Preußen versuchte 1870 Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen, einer Nebenlinie der preußischen Hohenzollern, auf den spanischen Thron zu bringen (Vorgeschichte des 2. Karlistenkrieges). Napoleon III. fürchtete in diesem Fall einen Zweifrontenkrieg gegen Preußen und Spanien führen zu müssen, da er einen Konflikt mit Preußen ohnehin für unvermeidlich hielt. Die von Bismarck geschickt veränderte Emser Depesche beleidigte den französischen Kaiser. Im Glauben an die Unbesiegbarkeit seiner Armee entschloss er sich zum Krieg gegen Preußen (15.7.1870). Bismarck hatte damit sein Ziel erreicht. Er wollte den Krieg gegen Frankreich, um damit auch die süddeutschen Staaten in ein einheitliches Deutschland unter preußischer Führung zu integrieren, brauchte jedoch die Kriegserklärung Frankreichs, um nicht selbst als Aggressor dazustehen.

Bereits in der unmittelbar auf die Kriegserklärung folgenden Mobilmachung zeigte sich die überlegene Organisation der preußischen Armee. 475.000 Mann standen nahe der französischen Grenze bereit. Die französischen Einheiten hatten noch nicht ihre Kriegsstärke erreicht, die Munitionsvorräte waren bescheiden und es gab keinen echten Plan im Hauptquartier Napoleons III. in Metz.

Die französische Armee unter Achille Bazaine musste sich rasch bis Metz zurückziehen. Am 1.9.1870 kam es zur Schlacht von Sedan. Die preußischen Truppen waren den Franzosen überlegen, die sich am Nachmittag in die Festung Sedan zurückzogen. Napoleon III. kapitulierte daraufhin persäönlich vor den Preußen. Sein General de Wimpffen übergab die Armee von 83.000 Mann un 449 Kanonen.

Die Preußen stießen nun auf Paris vor. Nur die Festungen - besonders Straßburg, Belfort und Verdun - leisteten noch Widerstand. am 19.9.1870 begann die Belagerung von Paris, wo inzwischen unter der Führung von Léon Gambetta die Republik ausgerufen worden war. Im Oktober kapitulierte Bazaine's Armee in Metz (173.000 Mann).

Der Kampf um Paris dauerte den Winter über an. Französische Angriffe waren kurzfristig erfolgreich. Einen entscheidenden Durchbruch durch den Belagerungsring konnten sie jedoch nicht erreichen. Während Paris von schwerer Artillerie beschossen wurde, kämpften die preußischen Truppen den letzten französischen Widerstand in der Provinz nieder. Nur die Festung Belfort hielt bis Februar den Angreifern stand.

Die Situation in der eingeschlossenen Hauptstadt wurde allmählich hoffnungslos, so dass der Befehlsbaher General Jules Trochu am 26.1.1871 einen Waffenstillstand schloss. Alle regulären Truppen Frankreichs wurden Kriegsgefangene und die Sieger marschierten am 1.3.1871 in die französische Hauptstadt ein.

10.5.1871 Vertrag von Frankfurt

Die deutschen Fürsten riefen den preußische König Wilhelm I. in Versailles zum Deutschen Kaiser aus. Das preußisch-kleindeutsche Reich war Wirklichkeit geworden.

Tote: 187.500



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(mak) 2000