1230  WAHLSTER Hans Jakob * um 1652, Wahlschied
+ nach 1719 u.v.1733, Walschied
(2460)Jacob Wahlschied - (2461)Margarethe Klein

ooum 1675

1231  DIRRINGER Anna Elisabeth * Illingen
+ Jan.1733; Wahlschied
(2462)Johannes Düringer - (2463)Valport (Meyer)?

Weitere Nr.:


KINDER: in Wahlschied geboren, (Kind 1 und 2 ev.; alle anderen kath. getauft in Illingen)
Johann Peter
     * um 1678;
   oo 18.02.1716; Anna oder Eva Katharina Schellenberger, T.v. Balthasar S. und Anna Margaretha Rau, Ottweiler
     + 16.01.1742; Hofbüchsenmachermeister in Ottweiler
Hans Konrad
     * um 1680;
   oo 27.10.1716 Anna Angelika Groß; T.v. Johann Jakob G. und Anna margarethe Michler, Bietschied
    Lehre als Büchsenmacher 1708-1711
     + vor dem 13.01.1762, Bietschied
(615)Maria Margarethe 
     * um 1682;
   oo um 1703, (614)Johann Maurer S.v. Jacob Maurer und Anna N., Steinbach (---nicht bei Rug---)
     + 21.09.1759, Quierschied
Hans Nickel
   * 19.07.1684; P.: Nikolaus Wahlster, Wahlschied, S.v.Jacob W.
   oo Anna Maria Elisabeth Schneider;
    Jäger, wohnhaft in Wahlschied
Johann Göricht JÄGER   später Johann Georg WAHLSTER;
   * 08.10.1690,
   oo 12.11.1723 Homburg, Susanna Maria Moschel, T.v. johannes M.
    Jäger zu Bucherbach und fürstl.zweibrück.Jäger zu Webenheim; Pate 1716, 1718, 1742)
Katharina Margarethe JÄGER
     * 20.07.1692
     Patin 11.11.1711
Johannes
     * 20.05.1694;
    erw. 1715-1719 Lehre als Büchsenmacher; am 30.12.1736 ist er in Homburg
Anna oder Maria Catharina JÄGER
     * 01.10.1696

WEITERE ANGABEN:
(1230) + nach 1719 und vor 1733; in den kath. KB von Illingen auch “Jäger von Wahlschd”
Wohnhaft in Schwalbach; 1686 und 1696 unterschreibt er mit seinem Namen
Pate: 27.10.1688 in Illingen; 22.02.1690; 13.04.1692; 03.12.1719

(1231) Name nicht bei Rug; Patin: 18.11.1671, noch ledig; 29.02.1695; 29.02.1697
Viell.katholisch; wenn identisch mit dem Eintrag im StB Heusweiler:
'Anna Elisabeth Wahlster; gest. als Witwe 1733'

Karl Ludwig Rug: Waller u.Wahlster:
....Wer war nun dieser herrschaftliche Jäger Hans Jakob Wahlster? Von welchem der beiden Brüder stammt er ab, von Nicklas von Wahlschied oder von Hans, dem oftgenannten Salzhans? Allerlei Hindernisse haben das bisher als eine ungelöste Frage stehen lassen. Als in der Französischen Revolution im Jahre 1793 Herrschaft und Adel verjagt wurden und die saarländischen Schlösser brannten, die Klöster verwüstet und enteignet wurden, kamen auch die evangelischen Pfarrhäuser nicht ungeschoren davon und wurden oftmals geplündert, wie inzwischen belegt ist für Bischmisheim, Dudweiler, Malstatt, Völklingen, Kölln und auch Heusweiler. Dort schlugen die "Neufranken" mit den Gewehrkolben den Pfarreischrank entzwei, und seitdem sind alle Kirchenbücher und Pfarrakten der Doppelpfarrei Heusweiler-Wahlschied aus dem ganzen 16. Jahrhundert und wohl bis 1697 verloren. Nur mit großer Mühe und allerlei Pateneintragungen aus anderen Nachbarpfarreien, so Kölln und Völklingen und Dudweiler und nur sehr unvollkommen, mühen wir uns, aus solchen und anderen weltlichen Quellen den Verlust auszugleichen. Das zweite Hindernis sind die gIeichen und zur Verwechslung verführenden Namen. Wir hatten berichtet, daß der Salzhans aus seiner zweiten Ehe mit einer Tochter des Wallerhans einen Sohn Hans Jakob hatte. Dieser erscheint in Schwalbach unter Namen Hans Jakob Wahlschieder, Seltzer oder Salzhans. Seine Frau war eine Anna Elisabeth, und ferner war bekannt, daß er durch die Renovaturen gegen geringes Entgelt in die vakante Caspars Nickels oder Dauben Kaspars Vogtei eingesetzt worden war, und nun lebt in Wahlschied ein herrschaftlicher Jäger des gleichen Namens, und auch seine Frau heißt Anna Elisabeth, und auch er wird von der Herrschaft in eine von dieser ertauschte Vogtei eingesetzt. Handelt es sich um dieselbe Person und, wenn nicht, stammte der Jäger irgendwie doch von Salzhans ab oder von Nicklas von Wahlschied? Unsere bisher als richtig angesehene Lösung heißt: der herrschaftliche Jäger Hans Jakob Wahlster war ein Enkel von Nicklas von Wahlschied und ein Sohn von Jakob von Wahlschied und Margarethe, der Tochter des Caspar Klein von Engelfangen und Hilschbach, die beiden ersten Kinder wurden evangelisch, alle anderen katholisch getauft in Illingen
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RENOVATURPROTOKOLL WAHLSCHIED 1686:
'Meyer Wendels oder Conrads Vogtey
jetzt Anna Elisabeth ; Hans Jakob Wahlschieders Hausfrau
NB Hans Philips Kohl von St.Johann prätendiert ein Teil an dieser Vogtei.
Ist gelegen hinter der Kirch bei Jung Hansen Haus. Ist ein Steinhaufen.
Erb ist obgemelte Anna Elisabeth weilen ihre Mutter obgemelten Wendeln in
4ta linea Grad verwandt gewesen.
NB zu obgemelten Meyers Erb und Vogtey hat Hans Jakob Wahlschied annoch
Krieger Wolffen Hoffstadt welche aber ohne güter; ein Steinhauffen.
Es folgen 16 Gärten und 1 Wiese

Weber Johannen Vogtey jetzt Fiscus
Ist gelegen gegen Jung Johannen Haus über und wohnt jetzt Jacob Wahlschieder
der herrschaftliche Jäger darinnen. Ist in gutem Stand,
Lorenz Unbehend von Völklingen prätendiert auch Erb daran zu sein sed quo tituli inparat.
Erben sind gewesen Saltz Hansen Kinder und Erben zu Schwalbach in Köllerthal;
haben aber dieses ihr Erb transportiert an gdstr.Herrschaft gegen andere Güter und wird demnach also
zur Zeit noch vakant gehalten.
Zu dieser Vogtei ist auch 1/5 Teil an Gütern geteilt wie hiernach folgt.'

Es folgen 10 Gärten und 2 Wiesen.
Hanß Jakob Wahlster unterschreibt eigenhändig
Einer Auswertung sämtlicher vorhandener Wahlschieder Akten im LA Saarbrücken
durch U.E.Schmidt, Freiburg, zufolge war Valport eine Tochter von Meyer Wolffen Nickel, Wahlschied;
dessen Erbe 1686 im Besitz von Jakob Wahlster; Jäger in Wahlschied; war;
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ARPENTERIE - ABMESSUNGEN DER WIESEN.. MÄRZ/APRIL 1688:,
1 Morgen Wiesen auf Holzer Bann
5 1/4 Morgen Wiesen auf Wahlschieder Bann
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Probsteiprotokolle Saarbrücken
08.04.1687 Blatt 115 R:
Mattheß Kiefer von Dirmingen für seinen Sohn Gottfried Kiefer und dessen Hausfrau Dorothea und
Peter Zichß oder Fuchs beyde bevollmächtigt von Margarethen zu Börschweiler im Dirminger
thal sich aufhaltend verkaufen an Peter Maur Hofmann zu Nummerschied, Catharina Becker seine
Hausfrau und Erben ihr verfallen Hausplatz Clausen Hans genannt zu Wahlschied gelegen samt den
zugehörigen Gärten für 19 Gülten.

23.08.1687:
haben Nicklaus (falsch: Jacob der Jäger s. Bl.133) Walschter von Walschied und sein Schwager
bastian Frantz von Holtz zur Helfte und Lorentz Undbehendt von Fölklingen zur anderen Hälfte
als nechste Erben obgedachten Hausplatz samt den Gärten an sich gelöst.
(Variante:) Haben Hans Jakob Wahlster von Wahlschied samt seinem Schwager Bastian Frantz zu Holz zur Hälfte
und Lorenz Unbehend von Völklingen zur andern Hälfte als nächste Erben obgedachten Hausplatz
(Clausen Hansen Hausplatz genannt) samt den Gärten an sich gelöst. 07.05.1709 erschien Gertrud, des Bastian Frantzen Frau und bekannte, daß sie ihrem Bruder
Hans Jakob Walschter ihr Teil an dieser Losung überlassen hätte.

03.09.1687 Blatt 133:
Lorenz Unbehend von Völklingen gibt in Pfandschaft an Barthan Petern anizo zu Wahlschied wohnend
und Anna Maria seine Hausfrau sein gebührend halbes Theil an sogenanntem Clausen Haus in Wahlschied
welches in einem ganz verfallenen Hausplatz und zehn Gärten besteht, wie er solches den 23.August
jüngsthin zum halben Teil mit Hans Jacob Walschter von Walschied und Peter Maurer Hofmann zu
Lummerschied aus und an sich erlöset habe. 30 Gülden bz

14.01.1688, 22/2411, Blatt 155
Hans Jacob Walschter verkauft im Namen seiner Frau Anna Els an Christian Tabellion und Margarethe seiner Hfr und an Hans Geörg Kieffer und Eva dessen Hausfrau beede von Hostenbach, eine von drei Fuder und vier Schuh auf Werther Bann neben an gilcherau.....45 Gulden

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 Bild 1230-1
Handzeichen von Hans Jacob Wahlschter am 14.01.1688



Actum Saarbrücken d.1.7bris 1705
Es folgt in demselben Stück eine Klage des nassauischen Försters Hans Jakob Wahlsters
von Wahlschied gegen Georg Christophel von Winterscheidt auf Kirschhof wegen unbefugten
Jagens auf nassaischem Boden.
Unter anderem wird als Zeuge vernommen Hans Nickel Schambel von Heusweiler,
des Hans Jakob Schambel sohn.
Der jung von Winterscheidt wird gefangen gesetzt, aber auf sein Gnadengesuch ('seine Mutter
könne alleins den Ackerbau nicht besorgen') freigelassen unter der Bedingung, daß er die
Komplitzen zu Haubach und Wiesbach nicht warne
Sind etliche französisch geschriebene Stücke darunter.
Ein David Reinhardt Bürger und Leineweber zu St.Johann streckte bei der Freilassung
sechzig Taler vor __________________________________________________

Karl Ludwig Rug: Waller u.Wahlster:
'...Als unsern mehrerwähnten Eheleuten Sebastian Franz und Gertrud am
29. Februar 1697 wieder ein Söhnlein Sebastian getauft wurde, wird
VOR den beiden männlichen Paten Johann Sebastian Frantz Johann Jörg
Grätz an erster Stelle genannt: Elisabetha, des Jägers von Walscht
Johann Jacobs.. . . . . . . (offenbar: Hausfrau). übrigens eine seltene
Verbeugung vor der Frau. Daß bei den Namen der Paten die weiblichen zuerst
genannt werden, kommt nur vor, wenn diese etwa adliger Herkunft
sind. So gering nun diese Patennotiz, so ist es doch bisher der
einzige Beleg dafür, daß der Jäger Johann Jakob der Bruder der
Kindesmutter war. Daß Hans Jakob schon im Jahre der Renovatur 1666 in
Weber Johannes Vogtei zu Wahlschied wohnte, haben wir gehört.
Am 29. Februar 1695 wird dem Hans Jakob Klein von Hilschbach das
Töchterlein Anna Elisabeth getauft. Der Kindesvater war ein Neffe von
Margaretha geb. Klein, der Ehefrau von Jakob Wahlster. Die Patin aber war
wieder Anna Elisabeth, Hans Jacob Walschieders Frau.

...Als kleine Besonderheit fügen wir hinzu, daß das vom Renovator Lehemann
im Jahre 1696 gefertigte Renovaturprotokoll unterzeichnet wurde durch die wenigen
im damaligen Wahlschied wieder seßhaften Einwohner. Jakob Wahlschied, Peter Mauritz,
Hans Jakob Wahlster, Hans Chun Altpeter.
Nur Hans Jakob Wahlster unterzeichnet mit seinem Namen, die andern malen ihr Handzeichen.
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Probsteiprotokolle Saarbrücken
23.04.1694, 22/2414, Bl.44 R:
Peter Barth von Walschied verkauft an Michels Nickel von Sutzweiler, Barbara seiner Hausfrauen und ihren Erben, erstlich die sogenannte Weber Johannen Vogtey zu Wahlschiedt mit Haus, Hofgering, Scheuer, Stallung, gärten, Wiesen Äckern und felter, bösch und berg, ersucht und ohnersucht, wie Verkäufer solches 29.Jan 1687 an sich erkauft. Item dasjenige Pfandschaftsrecht auf einen halben Hausplatz Clausen Nickels Haus genannt zu bemeltem Walschied und vier dazugehörige Gärten, welche Pfandschaft bemelter Verkäufer von weyl. Lorentz Unbehend von Völklingen vor 30 Gülten den an sich gebracht, an welcher Pfandschaft Hans Jakob Walschter das halbe Teil dagegen erblich hat für 142 fl. 15 albus.
Handzeichen Verkäufer und Käufer: Peter Barth, Michels Nickel
Handzeichen Zeugen: Jakob Walschter, Peter Maurer



QUELLE:
Uwe E.Schmidt: Familienname Maurer im Saarland, in: SFK 20/1987; Nr.78;
Uwe E.Schmidt: Zur Familie Wahlster, in: IDfSFK Nr.80
Karl Ludwig Rug: Waller u.Wahlster, in: SFK 17/1984; Nr.65;
Karl Ludwig Rug: Die ev.Familien des Köllertals.. Nr.1636;
K.G.Jochum: Die frühen Familien d.Pfarrei Illingen, S.139; 142; 145
Karl Ludwig Rug: Auszüge aus Renovat.Protokollen d.ehem.Grafsch.Saarbrücken
Karl Ludwig Rug: Probsteiprotokolle Saarbrücken, LA Koblenz, Abt. 22/2401 bis 2414
Klaus Mayer: Schwalbacher Familienbuch Bd.1 vor 1768, Nr.239
Werner Ludwig Klein: Familien in den Gemeinden der Bürgermeisterei Heusweiler bis 1910, Nr.5277, 5278 - 5280